Zecken beim Hund richtig entfernen: Anleitung für Spaziergänge im Harz


Nach den Pfingst-Feiertagen ist Hochsaison für Zecken im Harz.

 

Besonders in Blankenburg, Wernigerode und im Bodetal bringen viele Hunde die Parasiten vom Spaziergang mit nach Hause.

 

Mit dieser Anleitung aus meiner mobilen Tierheilpraxis entfernen Sie Zecken sicher und vermeiden die häufigsten Fehler.

 

1. Ruhe bewahren und Werkzeug bereitlegen

Hektik überträgt sich auf Ihren Hund. Setzen Sie ihn hin und beruhigen Sie ihn. Sie benötigen eine Zeckenzange, Zeckenkarte oder spitze Pinzette. Diese gehört in jede Tier-Hausapotheke.

 

2. Die Zecke richtig greifen

Teilen Sie das Fell, bis Sie die Zecke direkt auf der Haut sehen. Setzen Sie die Zange oder Karte so nah wie möglich an der Haut an. Erfassen Sie die Zecke am Kopf, nicht am vollgesogenen Körper. Quetschen Sie den Körper nicht, sonst können Krankheitserreger in die Wunde gedrückt werden.

 

3. Gerade herausziehen, nicht drehen

Ziehen Sie die Zecke langsam und mit gleichmäßigem Zug gerade nach oben heraus. Drehen ist nicht nötig und erhöht das Risiko, dass der Kopf stecken bleibt. Bleibt ein kleiner schwarzer Punkt zurück, ist das meist nur ein Teil des Stechapparats. Er wird vom Körper meist selbst abgestoßen.

 

4. Bissstelle desinfizieren und beobachten

Desinfizieren Sie die Einstichstelle mit einem geeigneten Mittel aus Ihrer Tier-Hausapotheke, zum Beispiel Jodlösung. Beobachten Sie die Stelle anschließend 2-3 Tage. Eine kleine Rötung ist normal.

 

5. Wann Sie einen Tierarzt aufsuchen sollten

Kontaktieren Sie bitte umgehend einen Tierarzt, wenn Sie eines der folgenden Anzeichen bemerken:

- Die Einstichstelle schwillt stark an, wird heiß oder eitert

- Ihr Hund bekommt Fieber oder wirkt plötzlich schlapp und appetitlos

- Ihr Hund zeigt einige Wochen nach dem Biss Lahmheit oder Gelenkprobleme

 

Die 3 häufigsten Fehler aus meiner Praxis

 

1. **Öl, Kleber oder Alkohol auf die Zecke träufeln:** Die Zecke erstickt, entleert dabei aber ihren Mageninhalt in die Wunde. Das erhöht das Infektionsrisiko.

 

2. **Mit den Fingern herausziehen:** Das Quetschen des Zeckenkörpers ist fast unvermeidbar.

 

3. **Zu lang warten:** Entfernen Sie die Zecke so schnell wie möglich. Das Risiko einer Borreliose-Übertragung steigt nach 24 Stunden.

 

Vorbeugung für die Harz-Region

 

Vermeiden Sie hohes Gras und Unterholz, besonders morgens und abends. Nach jedem Spaziergang hilft ein kurzer "Zecken-Check": Fahren Sie mit den Händen gegen den Fellstrich über den ganzen Körper. Bevorzugte Stellen sind Kopf, Ohren, Hals, Achseln und Leisten.

 

**Wichtiger Hinweis:**

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine tierärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei akuten Beschwerden, Unsicherheit oder wenn sich der Zustand Ihres Tieres verschlechtert, kontaktieren Sie bitte umgehend Ihren Tierarzt oder eine Tierklinik.